DHARMA

Stacks Image 0
Dharma ist ein Sanskrit-Wort und steht für die allumfassende kosmische Ordnung, der alle Lebens- und Weltenvorgänge unterliegen, wie der Verlauf der Sonne, die Jahreszeiten usw.
Doch Dharma bedeutet nicht nur äußerliche Ordnung und Gesetz, sondern auch Dharn (= Praktizieren, Tun) in uns selbst, also Ordnung in:

  • unserem Körper,
  • unserem Geist und
  • unserer Seele.

Körper:
Der Körper besteht aus 5 Elementen: Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther. Wenn diese Elemente durch falsche Ernährung und Lebensweise ins Ungleichgewicht kommen, entstehen Krankheiten.
Durch eine ausgewogene Lebensweise können unsere 5 Elemente in Balance gehalten werden.

Geist:
Der Geist spielt in unserem Leben eine sehr wichtige Rolle. Beeinflusst wird er von Sonne und Mond.
Als Geist bezeichnet man ein Bündel von Gedanken. Die Aufgabe des Geistes ist es, mit der materiellen Welt zu binden oder unsere Sehnsucht nach Spiritualität zu entfalten.
Gott hat uns ein Werkzeug geschenkt, den Verstand, der zusammen mit Mantra ("man" = Geist, "tra" = befreien) unseren Geist von schlechten Gedanken befreien hilft. Damit der Geist ins Gleichgewicht kommt, folglich seine goldene Mitte findet, sind:
  • Mantra
  • Meditation / Yoga / Satsang (Zusammensein mit Wahrheit) sowie
  • Atemübungen (Pranayama)
wichtig.
Noch ein weiterer Aspekt ist beim Geist beachtenswert: unsere gespeicherten Wünsche. Haben wir viele Wünsche offen, sind wir auch viel mit der Welt gebunden. Ist unser Geist bemüht, unsere Wünsche zu reduzieren, ist ein (geistiges) Befreien von dieser Welt möglich.

Seele:
Für die Seele, dem wundervollen göttlichen Funken in uns, schenkte Gott Satsang, Meditation und Gebet.

An alles hat Gott gedacht und uns für alles Lösungen gegeben. Jedoch gibt es Menschen, die Ordnung nur für den Körper haben, Geist und Seele aber verhungern lassen. Andere wiederum konzentrieren sich nur auf den Geist und vernachlässigen Körper und Seele. So entsteht mit der Zeit eine Unordnung, ein Ungleichgewicht - das jedoch mittels richtiger Erkenntnis und richtigem Tun verbessert werden kann.

Dharma bedeutet Ordnung in Körper, Geist und Seele, d.h. Denken, Sprechen und Handeln sollten übereinstimmen. Dafür sollte man auch kein schlechtes Gewissen haben.
Nachfolgendes Beispiel zum besseren Verständnis:
Eines Tages kam eine Mutter mit ihrem Sohn zu Mahatma Gandhi. Ihr Sohn aß sehr viele Süßigkeiten und dies war sehr ungesund für ihn. Deswegen wollte sie, dass der Weise mit ihrem Sohn spricht. Der Weise sagte jedoch nichts zu ihnen. Die Mutter blieb hartnäckig und kam die folgenden Tage immer wieder zu Gandhi und bat um Hilfe. Erst nach einiger Zeit, als sie wieder mit ihrem Sohn da war, sprach Mahatma Gandhi zu ihrem Kind. Danach fragte die Mutter, warum er mit dem Gespräch so lange gewartet hätte. Gandhi sagte ihr, dass er erst selber mit dem Süßen aufhören mußte, bevor er jemanden anderen belehrt. Dies bedeutet übereinstimmendes Denken, Sprechen und Handeln.

Das Gegenteil von Dharma ist Adharma.

Dharma ist ein Weg, der uns spirituell hilft, höher zu steigen



Was Dharma, das richtige Denken, Entscheiden und Handeln, in unserem Alltag ist, ist für Menschen nicht einfach zu verstehen.

In einem Dorf war einst ein junger Mann, der seinem sterbenden Vater die letzten Rituale erwies und ihm in den letzten Zügen seines Lebens beistehen wollte. Plötzlich hörte man Schreie von einer Frau, unweit von der Wohnung entfernt. Sie befand sich in großer Not und schrie um Hilfe, da sie gerade von einem Räuber bedrängt wurde. Der junge Mann wußte in diesem Moment nicht, wie er richtig handeln sollte, bzw. was sein Dharma ist. Diesen Zustand nennt man Dharmsanket (man weiß nicht, was richtig oder falsch ist).

Dieses Problem haben auch viele spirituell entwickelte Menschen. Durch Meditation wird unser Geist gereinigt. Je reiner der Geist ist, umso leichter wird es, die richtige Entscheidung zu treffen. Dann entscheidet unsere Seele, nicht mehr unser Geist. Um diese Stufe zu erreichen, benötigt man jedoch mehrere Leben, doch vor allem Gnade vom Sat Guru (wahrer Lehrer, der uns vom Dunkeln ins Licht führt; Silbe "Gu" bedeutet Dunkel, Unwissenheit, Silbe "Ru" bedeutet Licht, Weisheit, Frieden).
Nur Er kann über das Dharma lehren und nur Er kennt das individuelle Dharma des Einzelnen. Allein mit Seiner stetigen Hilfe und Gnade kann die suchende Seele auf dem Dharmaweg vorankommen.

Doch wie erkennt man den Dharmaweg?

Zeichen von Dharma

  • der Mensch achtet nicht nur auf Religion oder ist religiös, sondern erfüllt auch seine Pflichten aus Liebe zu Gott
  • der Mensch lebt im Einklang mit der Natur, sorgt sich um diese und geht verantwortungsvoll mit ihr um
  • Mitleid ist Dharma

  • Spenden ist Dharma, wenn es nicht aus Angst sondern mit Liebe getan wird (z.B. wäre eine Handlung aus Angst das Nicht-Überfahren einer roten Ampel aus Furcht vor der Strafe, nicht jedoch das Nicht-Verletzen anderer)
  • Wahrheit ist Dharma; Wahrheit hat 2 Formen:
- eine weltliche, veränderbare wie z.B: Zeit, Wetter, Technik oder wissenschaftliche Erkenntnisse
- eine göttliche, die wahr war, wahr ist und wahr bleiben wird = also die ewige Wahrheit
  • Jemandem helfen, glücklich machen, ist Dharma

  • Falls man jemandem unabsichtlich weh getan hat, dies von Herzen bereut und sich ändert, ist es auch Dharma
  • Gewaltlosigkeit (= Ahinsa) ist auch Dharma
  • selbstloses Dienen ist Dharma
Für Gott Ram heißt Dharma, Menschen zu dienen. Dies ist Param Dharma (das höchste Dharma).
Jesus erinnert uns durch die Worte "liebe Deinen Nächsten".
Es heißt auch "was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg' auch keinem andern zu".

Zeichen von Adharma

  • der Mensch achtet nur auf die eigene Religion, handelt jedoch nicht danach
  • der Mensch respektiert die Natur nicht, missachtet diese oder rottet sie sogar aus
  • der Mensch lebt nur für sich selbst, nach dem Motto: erst ich - dann die Welt
  • Spenden zur Selbstschau (mit Ego), zum Beeindrucken oder als "Geschäft" ist Adharma
  • Hass ist Adharma
  • Lüge ist Adharma; ein Klammern an weltlicher Wahrheit ist auch Lüge (z.B. wenn man denkt nur mein Auto ist das Beste, 2 Minuten später ist es durch Unfall nur noch Schrott, oder: das Haus ist sicher, doch eine Überflutung kommt und reißt alles mit sich; oder: man denkt, ich bin sehr intelligent, doch nach einem kleinen Unfall liegt man plötzlich im Koma; oder: heute noch lustig - morgen mit Depressionen usw.)
  • Jemandem weh tun (mit Worten, Taten oder Gedanken) ist Adharma


  • Gewalt (Hinsa) gegenüber jemandem verwenden ist Adharma
  • sich bedienen lassen ist Adharma

Wo und von wem kann man über Dharma erfahren?


Je nach unseren Entwicklungsschritten haben wir in unserem Leben immer wieder zu Lehrern aufgeschaut und uns an ihnen orientiert. Dank ihrer Leitung konnten wir uns Wissen aneignen, das uns befähigte, einen Beruf zu erlernen und auszuüben um beispielsweise unseren Lebensunterhalt zu verdienen oder eine Familie zu ernähren. Doch dieses Wissen hilft der Seele nicht viel - sie benötigt Weisheit, Seelenweisheit, um uns zu unserem Lebensziel führen zu können.

Eine solche Weisheit kann man nur von einem wahren Lehrer (Sat Guru) lernen.
Doch Lehrer gibt es auch unterschiedliche. In der Grundschule hatten wir einen Grundschullehrer, im Gymnasium einen Gymnasiallehrer, in der Berufsschule einen Berufsschullehrer, in der Universität einen Dozenten/Professor. So gibt es auch unterschiedliche spirituelle Lehrer, je nach Ebene des Schülers; z.B. kann man von einem Grundschullehrer nicht erwarten, uns einen Beruf beizubringen. Es hängt nicht vom eigenen Bemühen ab, auch nicht von gutem Karma oder Glück, sondern allein von Gottes Gnade, ob wir einen wahren Sat Guru erhalten dürfen. Diese hohe, äußerst seltene Gnade darf nicht mit Füßen getreten werden. Es ist unmöglich in die Nähe eines Sat Gurus zu kommen und sein Leben nicht zu verändern.

Nur er kann Licht in unser Dunkel bringen und uns helfen, uns wieder zu unserem Ursprung führen. Nur er kann über das Dharma lehren und nur er kennt das individuelle Dharma des Einzelnen - und allein mit seiner stetigen Hilfe und Gnade kann ein Schüler auf dem Dharmaweg weiterkommen. Beim Satsang (dem Zusammensein mit göttlicher Wahrheit) und Meditation kann man viel über Dharma erfahren.

Beispiele von Dharma

Ein großes Vorbild für Dharma ist Mahatma Gandhi. Er schaffte es, Indien auf gewaltlose Art von den Engländern zu befreien.

Für Kinder
ist es Dharma, auf ihre Eltern zu hören und diese zu respektieren. Sie benötigen keinen Guru. Ihre Eltern sind ihre Gurus (Lehrer).

Für Eltern bedeutet Dharma, ihren Kindern 3 Dinge zu geben:
  • Spiritualität, d.h. den Kindern Wurzeln geben und den Nachwuchs lehren, die kosmischen Gesetze zu respektieren - jedoch nicht fanatisch
  • bestmöglichste Bildung, sodass sie in der materiellen Welt überleben und diese sogar meistern können
  • wenn die Kinder groß sind, ihnen Flügel geben, damit sie ihrem eigenen Dharmaweg folgen können.

Es ist wichtig, nicht nur seine Rechte sondern auch Pflichten zu kennen - und zu erfüllen. Wer nur auf seine Rechte achtet, wird egoistisch. Werden jedoch Rechte und Pflichten erfüllt, ist man ein richtiger Bürger.

Ordnung aus Liebe - nicht Strenge!

Die Ordnung, das gelebte Dharma in uns selbst, in Gedanken, Körper, Geist und Seele, die sich weiter fortsetzt in der Ordnung im familiären Leben, als Bürger eines Landes bis hin zum Verantwortlichsein für Natur und Umwelt, kommt nicht von Strenge oder Autorität. Sie kommt von Liebe und Hingabe, von Weisheit, Meditation/Satsang. Sie kommt dank unendlicher Gnade eines wahren Lehrers und ist wie ein Erwachen.

Lebt ein Mensch ohne Dharma ist er wie ein Fisch ohne Wasser oder wie ein Vogel ohne Flügel.